Portrait der Stadtkapelle

 

"430-jährige Tradition der Stadtmusik Lauingen"

 

Blättert man im Stadtarchiv der Stadt Lauingen, so stellt man fest, dass Lauingen, wie alle anderen bedeutenden Städte in Schwaben, schon in frühester Zeit eine Stadtmusik hatte.

Im Katalog "Volksmusik in Bayern" (Ausstellung der Bayer. Staatsbibliothek München 1985 Seite 41 Nr. 21) findet man ein Bild aus dem Stammbuch des Lauingers Anton Weihenmayer von 1580. Der Lauinger Maler David Brentel hat seinem Freund Anton Weihenmayer ins Stammbuch eine Szene gemalt, welche zeigt, wie vor der mittelalterlichen Stadtkulisse Lauingens einige Paare zur Musik eines Trompeters und Schalmeienbläsers um den Baum tanzen.

In Lauingen gab es bereits um 1574 schon eine größere Musik; denn am 13.08.1574 musste eine Abordnung von Verordneten nach Neuburg kommen und "ein Spiel mit Drommel und Pfeifen auferlegen" (siehe Stadtarchiv Lauingen Band A 5). In der Lauinger Hochzeitsordnung von 1591 ist ebenfalls ein Hinweis auf die Stadtmusik verzeichnet.

Das Stadtarchiv der Stadt Lauingen bezeugt über all die Jahrhunderte hinweg die Aktivitäten der Stadtmusik bei den verschiedensten Anlässen. So war z.B. am 29.05.1768 ein großer Tag für die Stadtmusik, als diese bei der "Einholung der Reliquie des Seligen Albertus Magnus" bereits morgens um 3 Uhr "Trommel und Pfeifen rührten". Auch bei der Einweihung des Lauinger Rathauses am 12.09.1791 spielte die Stadtmusik den Festakt samt Kirchenzug.

Diese Tradition hat sich bis heute erhalten und so ist die Stadtkapelle Lauingen im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt Lauingeneine tragende Säule.

Diese geschichtlichen Nachweise lieferten auch die Grundlage dafür, das der Stadtkapelle Lauingen mit Tradition seit 1574 im Jahre 1987 durch den damaligen Bundespräsidenten Richard v. Weizäcker, die PRO MUSICA-PLAKETTE als Auszeichnung für die Verdienste des instrumentalen Musizierens und der Förderung des kulturellen Lebens.

Ein Glücksgriff in der langjährigen Vereinsgeschichte war stets die Auswahl der Dirigenten und Vorsitzenden. Stellvertretend für alle sind hier die Dirigenten Franz Vogel (1935 - 1964) Rudolf Weber (1964 - 1979) sowie die derzeitige Ingrid Philipp ( seit 1979). Auch die Vorsitzenden Hermann Egner (1983 - 1992), Gerhard Kapschak (1992-2001) und Gerhard Nothaas (ab 2001) trugen Verantwortung dafür, dass die Stadtkapelle Lauingen stolz in ihr 430jähriges Jubiläumsjahr gehen kann.

Erfahrung, Engagement und großer Ehrgeiz sind die Erfolgsgaranten der Stadtkapelle Lauingen, Dabei ist auch die Nachwuchsarbeit ein bedeutender Faktor. Unter der musikalischen Leitung von Ingrid Philipp und Bettina Böck, der Dirigentin der Jugendstadtkapelle, sind nahezu 100 Buben und Mädchen derzeit in der musikalischen Früherziehung, dem Anfängerorchester und der Jugendstadtkapelle in Ausbildung um später einmal in die Hauptkapelle integriert werden zu können. Sinnvolle Jugendarbeit und das Gefühl des Aufgehobenseins in einem Verein, dazu noch Spaß haben am musizieren - das alles sind die ehrgeizigen Ziele der Führungsmannschaft um den 1.Vorsitzenden Gerhard Nothaas und letztlich auch die Grundlage für eine 430jährige Musiktradition.

Seit vielen Jahren war und ist die Stadtkapelle Lauingen der musikalische Botschafter ihrer Heimatstadt. Davon zeugen die zahlreichen internationalen Auftritte und Gastspiele in Italien, Slowenien, Ungarn und Frankreich. Ein bleibendes Erlebnis waren jedoch die Konzertreisen in die USA 1992,1995 und 1997 mit Gastspielen in Hunter Mountain, New Jersey, Newport und Atlantic City.

Trotz der der vielen Reisen der Stadtkapelle, ist der Kontakt zu befreundeten Kapellen für die Stadtkapelle Lauingen überaus wichtig. Seit dem Jahre 1997 besteht eine tiefe freundschaftliche Beziehung zur Stadtkapelle Trbnje/Slowenien, welche auch für das Jubiläum die Patenschaft übernommen hat. Zahlreiche Besuche bei befreundeten Kapellen in Natz/Südtirol, Tramin/Südtirol und Sárvàr/Ungarn trugen stets zur Vertiefung von Freundschaft und musikalischer Verbindung bei.

Nach 430 Jahren merkt man das Alter der Stadtkapelle Lauingen keineswegs an. Überaus erfolgreich und seit vielen Jahren ein Highlight im Jahreslauf ist das Weihnachtskonzert am 2.Weihnachtsfeiertag; ebenso die seit zwei Jahren stattfindenden Kirchenkonzerte und Serenaden an der Lauinger Seebühne. Eine stets volle Stadthalle und sehrgut besuchte Pfarrkirche sowie der rege Besucherandrang bei den Serenaden sind der beste Beweis für das Können und eine qualitativ hochwertige musikalische Ausbildung und Förderung junger Musikerinnen und Musiker. In die Mitte ihrer Tätigkeit stellen dabei die beiden Dirigentinnen Ingrid Philipp und Bettina Böck die Nachwuchsarbeit; eine der wichtigsten Investitionen der Zukunft. Dazu passend gibt es eine aktive und erfolgreiche Vorstandschaft um den Vorsitzenden Gerhard Nothaas, die die Vereinsbelange bestens vertreten.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum finden vom 04.-06.Juni statt. Ein Rockkonzert für die junge Generation eröffnet am Freitag Abend die Festtage. Für Samstag, 05. Juni wurden die "Kastelruther Spatzen" aus Südtirol engagiert. Und am Festsonntag beginnt der Festgottesdienst um 10 Uhr im Festzelt. Dies ist für die Stadtkapelle ein besonders festlicher Moment, wird doch der Festgottesdienst als Pontifikalamt von Abt Herman-Josef Kugler aus der Abtei Windberg zelebriert. Abt H.-J. Kugler war über viele Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Pater Adrian, aktiver Musiker in der Stadtkapelle Lauingen. Mit einem Massenchor und einem historischen Umzug mit dem Original Oktoberfestgespann, geht es dann in den Nachmittag. Die Festtage finden ihren Ausklang gegen 22:00 Uhr mit dem "Großen Zapfenstreich".